Zweitmarktgeschlossener Immobilienfonds

Für Käufer

Am Zweitmarkt kaufen

Geschlossene Immobilienfonds werden im Schnitt zu 57,6 % der Nominale gehandelt (Monatsstatistik der Fondsbörse Deutschland, Anfang 2026). Der Kauf selbst ist kein Börsengeschäft: Es gibt keinen fortlaufenden Handel, keine Garantie auf Zuteilung und keinen Weg zurück. Wer hier kauft, tritt in eine Gesellschaft ein.

Ablauf

Vom Auftrag zur Eintragung

  1. 01

    Beteiligung auswählen

    Vor dem Auftrag steht die Unterlage: letzter testierter Jahresbericht, Gesellschaftsvertrag, Handelsregisterauszug. Wer nur die Kursliste liest, kauft eine Zahl, keine Immobilie.

  2. 02

    Auftrag mit Kursgrenze

    Der Kaufauftrag geht an eine Zweitmarkt-Plattform oder die Fondsbörse Deutschland — mit einer festen Obergrenze für den Kurs. Ohne Grenze bestimmt die Gegenseite den Preis.

  3. 03

    Zuteilung im Handel

    Zugeteilt wird nur, wenn ein Verkäufer zu dieser Grenze abgibt. Viele Aufträge laufen leer aus; bei engen Fonds dauert das Monate. Das ist normal und kein Grund, die Grenze zu heben.

  4. 04

    Zahlung über Treuhandkonto

    Kaufpreis und Nebenkosten laufen über ein Treuhandkonto. Erst wenn die Übertragung gesichert ist, fließt das Geld an den Verkäufer.

  5. 05

    Übertragung zum Stichtag

    Die Beteiligung wechselt erst mit Zustimmung der Fondsgesellschaft und, je nach Vertrag, nur zu bestimmten Stichtagen. Zwischen Zuteilung und Eintragung können Wochen liegen; wem die Ausschüttung zusteht, regelt der Vertrag.

Kaufnebenkosten

Was der Handel kostet — und warum Kleinstbeträge nicht funktionieren

Provision
3,5 %
mindestens 495 €
Treuhandkonto
40 €
je Kaufvorgang
Fremdwährung
+ 250 €
nur bei Beteiligungen in fremder Währung

Die Mindestprovision entscheidet über die Ticketgröße. Sie greift, bis der Kaufpreis rund 14.100 € erreicht — darunter zahlt man dieselben 495 € unabhängig davon, ob man für 5.000 € oder für 10.000 € kauft.

Nebenkosten je Kaufpreis · ohne Fremdwährungsaufschlag

KaufpreisNebenkostenAnteil
5.000 €535 € *10,7 %
10.000 €535 € *5,4 %
15.000 €565 €3,8 %
25.000 €915 €3,7 %
50.000 €1.790 €3,6 %

* Hier greift noch die Mindestprovision von 495 € statt der 3,5 %. Kaufnebenkosten sind kein Renditeposten — sie müssen erst wieder verdient werden.

Daraus folgt die Ticketgröße: Sinnvoll wird ein Kauf erst ab etwa 10.000 € bis 15.000 € Kaufpreis. Wer kleiner einsteigt, zahlt einen zweistelligen Prozentsatz allein für den Zugang — jeder Substanzvorteil ist damit aufgebraucht.

Was zu prüfen ist

Der Kurs ist die letzte Frage, nicht die erste

  • Wie alt ist der letzte testierte Verkehrswert — und wer hat ihn erstellt?
  • Wie hoch ist das Fremdkapital, wann läuft die Zinsbindung aus?
  • Wurden Ausschüttungen aus Gewinnen gezahlt oder aus der Substanz?
  • Steht ein Objektverkauf, eine Auflösung oder eine Nachschussdebatte an?
  • Wie eng ist der Handel: Gab es überhaupt Umsätze, oder nur Kursstellungen?

Genau diese Punkte arbeitet jede Akte ab. Der freie Teil zeigt Eckdaten und Verdikt; die Rechnung dahinter — Substanzwert, Kursgrenze, Stress-Szenarien — steht im bezahlten Teil.

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