Zweitmarktgeschlossener Immobilienfonds

Methodik

Vom testierten Verkehrswert zum Substanzwert

Der Kurs am Zweitmarkt entsteht aus Angebot und Nachfrage. Was hinter der Beteiligung steht, entsteht aus einer Rechnung — und die ist nachvollziehbar, weil jeder Posten aus einer benannten Unterlage stammt. Diese Seite zeigt den Weg. Das Ergebnis je Beteiligung steht in der jeweiligen Akte.

Rechenweg

Drei Schritte, ein Ergebnis

  1. Schritt 1

    Verkehrswert

    Der testierte Wert der Immobilien zum Bilanzstichtag ist der einzige Ausgangspunkt. Anschaffungskosten und Prognosen bleiben außen vor.

  2. Schritt 2

    Abzüge und Zugaben

    Fremdkapital und Veräußerungskosten gehen ab, die freie Liquidität kommt hinzu. Übrig bleibt das Vermögen der Gesellschafter.

  3. Schritt 3

    Umlage auf die Nominale

    Der Rest wird auf das Nominalkapital umgelegt. So steht der Substanzwert auf derselben Achse wie der Kurs: 0 bis 100 % der Nominale.

Aufstellung je Beteiligung

Verkehrswert der Immobilien
testiert, Bilanzstichtag des letzten Jahresberichts
Fremdkapital
Darlehensstand laut Bilanz, inklusive Gesellschafterdarlehen
Veräußerungskosten
Makler, Notar, Steuern, Abwicklung der Gesellschaft
Freie Liquidität
Bankguthaben abzüglich gebundener Rücklagen
Substanzwert in Prozent der Nominale
umgelegt auf das Nominalkapital der Gesellschaft

Die daraus abgeleitete Kursgrenze — und die Sicherheitsmarge, die sie begründet — steht im bezahlten Teil der jeweiligen Akte.

Stress

Eine Zahl ist keine Analyse — deshalb eine Bandbreite

Verkehrswerte sind Gutachten, keine Kaufpreise. Darum wird jede Aufstellung zusätzlich mit abgesenkten Verkehrswerten gerechnet. Erst die Bandbreite zeigt, ob ein Kurs Sicherheitsmarge lässt oder nur bei bestem Wetter aufgeht.

wie testiert
Verkehrswert unverändert
−10 %
moderater Wertrückgang
−20 %
harter Wertrückgang

Ein Fonds mit hohem Fremdkapital verliert bei −20 % Verkehrswert weit mehr als 20 % seiner Substanz — der Hebel wirkt in beide Richtungen. Genau deshalb steht die Fremdkapitalquote in jeder Akte weit oben.

Quellen

Woher die Zahlen kommen — und was sie nicht können

Testierte Jahresberichte

Verkehrswerte, Fremdkapital, Liquidität, Ausschüttungen.

Stichtagswerte. Zwischen Bewertung und Kurs können Monate liegen; das Gutachten ist eine Schätzung, kein Preis.

Handelsregister

Rechtsform, Haftsummen, Vertretung, Änderungen.

Sagt, wer haftet und wofür — nicht, was die Immobilie wert ist.

Verkaufsprospekte

Objekt- und Mietstruktur, ursprüngliche Kalkulation.

Vertriebsdokument aus der Auflagezeit. Prognosen daraus werden nie fortgeschrieben.

Bundesanzeiger

Offengelegte Jahresabschlüsse, auch von stillen Gesellschaften.

Offenlegung erfolgt verspätet; fehlende Jahre werden in der Akte als Lücke ausgewiesen.

Nicht verwendet werden Prognoserechnungen der Anbieter, Kurslisten ohne Umsatz und Angaben aus Vertriebsunterlagen. Fehlt eine Unterlage, steht das in der Akte — geschätzt wird nicht.

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